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EBM-Reform beschlossen - Verbesserungen für die Psychosomatische Medizin

Der erweiterte Bewertungsausschuss hat am 11.12.2019 die EBM-Reform beschlossen.
Gerade für unser Fachgebiet ergaben sich erfreuliche Verbesserungen, wenngleich auch für die GOP 22220 und 22221 eine Punktzahl von 167 Punkten angestrebt war. Wir müssen eine etwas geringere Punktzahl für die Grundpauschalen hinnehmen. Die Bewertung der Biographischen Anamnese und der probatorischen Sitzung wurde dagegen deutlich angehoben.
Die Gespräche, die wir auch zusammen mit den Vertretern des Spitzenverbands ZNS geführt haben, waren dennoch insgesamt sehr erfolgreich.
Wir sind auf dem Weg der Vergütung unserer fachärztlichen Gesprächsleistungen in Richtung Richtlinienniveau und darüber hinaus ein gutes Stück weitergekommen.
Hier finden Sie eine erste kurze Übersicht über die EBM-Ziffern und deren Bewertung ab dem 01.01.2020, gerechnet mit dem dann gültigen Orientierungspunktwert von 10,9871 Cent.

GOP Legende Bewertung Wert in €
    bis 31.03.20 ab 01.04.20 bis 31.03.20 ab 01.04.20
           
22211 Grundpauschale 6.-59. LJ 179 175 19,67 € 19,23 €
22212 Grundpauschale ab 60. LJ 156 151 17,14 € 16,59 €
22220 Psychotherap. Gespräch 108 154 11,87 € 16,92 €
22221 Psychosomat. Gespräch 90 154 9,89 € 16,92 €
22222 Psychoth. Gruppenbeh. 74 166 8,13 € 18,24 €
35130 Einleitung KZT 269 296 29,56 € 32,52 €
35131 Einleitung LZT 539 591 59,22 € 64,93 €
35140 Biograph. Anamnese 493 707 54,17 € 77,68 €
35141 Vertiefte Exploration 180 257 19,78 € 28,24 €
35150 Probatorische Sitzung 621 709 68,23 € 77,90 €
  22220 x 5 -->     59,35 € 84,60 €
  22221 x 5 -->     49,45 € 84,60 €

BPM-Vorstand wiedergewählt

Die Mitgliederversammlung am 08.11.2019 sprach dem amtierenden Vorstand ihr Vertrauen aus und bestätigte mit großer Mehrheit die Vorstandsmitglieder in ihrem Amt.
"Jetzt geht es um die geplante EBM-Reform und deren Umsetzung in den einzelnen Landes-KVen. Dem Petitum der Politik muss jetzt Rechnung getragen werden ansonsten müssen wir den Klageweg beschreiten", so die alte und neue Vorsitzende Dr. Irmgard Pfaffinger.

Gruppentherapie bald ohne Antrag möglich

Die Gruppentherapien sollen weiter gefördert werden, hier soll das Gutachterverfahren schon bald abgeschafft werden.
„Der Gemeinsame Bundesausschuss beschließt bis spätestens zum 31. Dezember 2020 in einer Ergänzung der Richtlinien nach Satz 1 Regelungen zur weiteren Förderung der Gruppentherapie und der weiteren Vereinfachung des Gutachterverfahrens; für Gruppentherapien findet ab dem ... [einfügen: Datum des Tages nach der Verkündung] kein Gutachterverfahren mehr statt. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat sämtliche Regelungen zum Antrags- und Gutachterverfahren aufzuheben, sobald er ein Verfahren zur Qualitätssicherung nach § 136a Absatz 2a eingeführt hat.“ 

Qualitätssicherungs- statt Gutachterverfahren

Was Sie sicher freuen wird, ist die Entscheidung, dass das Gutachterverfahren in der Richtlinienpsychotherapie abgeschafft werden soll. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) soll bis spätestens 31.12.2022 ein einrichtungsübergreifendes Qualitätssicherungsverfahren für die ambulante psychotherapeutische Versorgung entwickeln, sämtliche bisherigen Regelungen zum Antrags- und Gutachterverfahren sind dann aufzuheben. Dabei sollen insbesondere geeignete Indikatoren zur Beurteilung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität berücksichtigt und Mindestvorgaben für eine einheitliche und standardisierte Dokumentation gemacht werden, die eine Beurteilung des Therapieverlaufs ermöglichen. In diese Diskussion werden wir uns auf jeden Fall in geeigneter Weise einbringen. Dennoch ist diese neue Regelung auch mit Nachteilen verbunden, die z. B. darin bestehen, dass mit dem Gutachterverfahren die "Vorab-Wirtschaftlichkeitsprüfung" entfällt. Dies würde den Kostenträgern die Möglichkeit eröffnen, Richtlinientherapien zum Gegenstand von Regressforderungen zu machen, was einzelne Praxen in erhebliche wirtschaftliche Bedrängnis bringen könnte. Hier gilt es, Regelungen zu finden, die dieser Gefahr zuverlässig begegnen.

10 Kurzzeittherapiestunden mit 15 % Honoraraufschlag

Die ersten zehn Stunden einer Kurzzeittherapie erhalten einem Honoraraufschlag von 15 %. Hierdurch soll ein finanzieller Anreiz gegeben werden, „anstelle von Langzeittherapien mehr Patientinnen und Patienten zu behandeln, die einer neuen Kurzzeittherapie bedürfen“. Dabei wird von „unnötig langen Therapiedauern“ gesprochen, ohne zu belegen, wie diese Beurteilung zu rechtfertigen ist.
„Bis zum ... ist im einheitlichen Bewertungsmaßstab für ärztliche Leistungen ein Zuschlag in Höhe von 15 Prozent auf diejenigen psychotherapeutischen Leistungen vorzusehen, die im Rahmen des ersten Therapieblocks einer neuen Kurzzeittherapie erbracht werden. Der Zuschlag ist auf die ersten zehn Stunden dieser Leistungen zu begrenzen und für Psychotherapeuten vorzusehen, die für die in § 19a Absatz 1 der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte festgelegten Mindestsprechstunden für gesetzlich Versicherte tatsächlich zur Verfügung stehen.“ 

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