Meldungen

BPM-Vorstand wiedergewählt

Die Mitgliederversammlung am 08.11.2019 sprach dem amtierenden Vorstand ihr Vertrauen aus und bestätigte mit großer Mehrheit die Vorstandsmitglieder in ihrem Amt.
"Jetzt geht es um die geplante EBM-Reform und deren Umsetzung in den einzelnen Landes-KVen. Dem Petitum der Politik muss jetzt Rechnung getragen werden ansonsten müssen wir den Klageweg beschreiten", so die alte und neue Vorsitzende Dr. Irmgard Pfaffinger.

Qualitätssicherungs- statt Gutachterverfahren

Was Sie sicher freuen wird, ist die Entscheidung, dass das Gutachterverfahren in der Richtlinienpsychotherapie abgeschafft werden soll. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) soll bis spätestens 31.12.2022 ein einrichtungsübergreifendes Qualitätssicherungsverfahren für die ambulante psychotherapeutische Versorgung entwickeln, sämtliche bisherigen Regelungen zum Antrags- und Gutachterverfahren sind dann aufzuheben. Dabei sollen insbesondere geeignete Indikatoren zur Beurteilung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität berücksichtigt und Mindestvorgaben für eine einheitliche und standardisierte Dokumentation gemacht werden, die eine Beurteilung des Therapieverlaufs ermöglichen. In diese Diskussion werden wir uns auf jeden Fall in geeigneter Weise einbringen. Dennoch ist diese neue Regelung auch mit Nachteilen verbunden, die z. B. darin bestehen, dass mit dem Gutachterverfahren die "Vorab-Wirtschaftlichkeitsprüfung" entfällt. Dies würde den Kostenträgern die Möglichkeit eröffnen, Richtlinientherapien zum Gegenstand von Regressforderungen zu machen, was einzelne Praxen in erhebliche wirtschaftliche Bedrängnis bringen könnte. Hier gilt es, Regelungen zu finden, die dieser Gefahr zuverlässig begegnen.

10 Kurzzeittherapiestunden mit 15 % Honoraraufschlag

Die ersten zehn Stunden einer Kurzzeittherapie erhalten einem Honoraraufschlag von 15 %. Hierdurch soll ein finanzieller Anreiz gegeben werden, „anstelle von Langzeittherapien mehr Patientinnen und Patienten zu behandeln, die einer neuen Kurzzeittherapie bedürfen“. Dabei wird von „unnötig langen Therapiedauern“ gesprochen, ohne zu belegen, wie diese Beurteilung zu rechtfertigen ist.
„Bis zum ... ist im einheitlichen Bewertungsmaßstab für ärztliche Leistungen ein Zuschlag in Höhe von 15 Prozent auf diejenigen psychotherapeutischen Leistungen vorzusehen, die im Rahmen des ersten Therapieblocks einer neuen Kurzzeittherapie erbracht werden. Der Zuschlag ist auf die ersten zehn Stunden dieser Leistungen zu begrenzen und für Psychotherapeuten vorzusehen, die für die in § 19a Absatz 1 der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte festgelegten Mindestsprechstunden für gesetzlich Versicherte tatsächlich zur Verfügung stehen.“ 

Gruppentherapie bald ohne Antrag möglich

Die Gruppentherapien sollen weiter gefördert werden, hier soll das Gutachterverfahren schon bald abgeschafft werden.
„Der Gemeinsame Bundesausschuss beschließt bis spätestens zum 31. Dezember 2020 in einer Ergänzung der Richtlinien nach Satz 1 Regelungen zur weiteren Förderung der Gruppentherapie und der weiteren Vereinfachung des Gutachterverfahrens; für Gruppentherapien findet ab dem ... [einfügen: Datum des Tages nach der Verkündung] kein Gutachterverfahren mehr statt. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat sämtliche Regelungen zum Antrags- und Gutachterverfahren aufzuheben, sobald er ein Verfahren zur Qualitätssicherung nach § 136a Absatz 2a eingeführt hat.“ 

Bundestag beschließt Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz

Der Bundestag hat am 26.09.2019 das Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz beschlossen und einige für uns Fachärzte wichtige Änderungsvorschläge übernommen, z. B. gibt es keinen Modellstudiengang Psychopharmakologie, die somatische Untersuchung vor Beginn einer Psychotherapie bleibt und auch der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie wird wieder in gewisser Weise in die Entscheidungsfindung miteinbezogen. Leider bleiben einige Problempunkte bestehen.
Da dem Bundesgesundheitsminister die Versorgung psychisch Kranker tatsächlich ein Anliegen ist, wird der hochumstrittene § 92 nicht gestrichen, sondern im Wesentlichen nur das Wort „gesteuert“. Wir haben uns immer für eine Verbesserung der gestuften, koordinierten Versorgung ausgesprochen, und da gibt es ja in der Tat einiges zu verbessern.
„Der Gemeinsame Bundesausschuss beschließt bis spätestens zum 31. Dezember 2020 in einer Richtlinie … Regelungen für eine berufsgruppenübergreifende, koordinierte und strukturierte Versorgung, insbesondere für schwer psychisch kranke Versicherte mit einem komplexen psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlungsbedarf. Der Gemeinsame Bundesausschuss kann dabei Regelungen treffen, die diagnoseorientiert und leitliniengerecht den Behandlungsbedarf konkretisieren. In der Richtlinie sind auch Regelungen zur Erleichterung des Übergangs von der stationären in die ambulante Versorgung zu treffen.“

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